„Was ich anhatte, Was ich anhabe“

 

Besuch der Ausstellung

Der SWG-Kurs der Klasse 11B besuchte die Ausstellung „Was ich anhatte, Was ich anhabe“ im Museum in Schwabmünchen, die sich mit einem Thema beschäftigt, das in unserer Gesellschaft noch immer viel zu wenig Aufmerksamkeit erhält: sexualisierte Gewalt und die damit verbundenen Vorurteile. Bereits vor dem Betreten des Museums wurden die Schülerinnen und Schüler nachdenklich: Vor dem Gebäude steht eine orange Bank – die Farbe gilt als Symbol gegen Gewalt an Frauen. Ein Schild mit der Aufschrift „In Schwabmünchen ist kein Platz für Gewalt gegen Frauen und Mädchen“ setzt dabei ein klares Zeichen und stimmt auf die Inhalte der Ausstellung ein.
Im Mittelpunkt der Ausstellung stehen Berichte von Betroffenen, die schildern, was sie während der Tat getragen haben. Die gezeigten Kleidungsstücke sind dabei bewusst schlicht und alltäglich – sie verdeutlichen eindrücklich, dass die Kleidung keinerlei Zusammenhang mit der Tat hat. Dadurch wird ein weit verbreiteter Mythos hinterfragt: die Annahme, dass das Verhalten oder die Kleidung von Betroffenen eine Mitschuld tragen könnte.
Während des Besuchs setzte sich der Kurs intensiv mit den persönlichen Geschichten auseinander. Viele der dargestellten Erfahrungen waren für die Schülerinnen und Schüler sehr bewegend. Im anschließenden Gespräch wurde deutlich, wie sehr die Ausstellung nachgewirkt hat: Die Schülerinnen und Schüler zeigten sich zugleich geschockt und tief berührt von den Erlebnissen der Betroffenen und tauschten ihre Gedanken und Eindrücke offen miteinander aus.
Auch wenn es sich um ein sehr schwieriges und aufwühlendes Thema handelt, ist es wichtig, den Opfern ein Gesicht zu geben. Durch Aufklärung, wie sie in dieser Ausstellung geleistet wird, kann das Thema weiter aus der Tabuisierung herausgeholt und stärker ins gesellschaftliche Bewusstsein gerückt werden.

Annika Dietmayer

Bild: © Annika Dietmayer

KOE