Grüne Schule

 

Gruene Schule

 

Von Reinhold Radloff

Schwabmünchen, Leonhard-Wagner-Gymnasium

Der Einsatz hat sich gelohnt, und zwar gleich in mehrfacher Hinsicht: Das Leonhard-Wagner-Gymnasium Schwabmünchen wurde für seine Bemühungen um die „Grüne Schule“ nicht nur von der Organisation „Umweltschule in Europa“ ausgezeichnet, sondern hatte auch viel Spaß bei der Durchführung der Aktionen und erreichte an der Schule nachhaltig einen bewussteren Umgang mit der Umwelt, und zwar auf unterschiedliche Art und Weise.

Stolz und traurig zugleich sind die Schüler und Lehrer des Leonhard-Wagner-Gymnasiums Schwabmünchen (LWG) über die Anerkennung ihres Einsatzes: Stolz sind sie darauf, vom Landesbund für Vogelschutz und der „Umweltschutz in Europa“ ausgezeichnet worden zu sein, traurig, dass die Würdigung ihrer Erfolge wegen Corona nicht im Kultusministerium in München durch Minister Piazolo selbst ausgesprochen wurde. „So haben wir nur ein Päckchen mit einer Urkunde und einer Fahne und zusätzlich ein freundliches Video erhalten“, erklärte Sabine Weimann vom Schulentwicklungsteam, die zusammen mit Kollegen, der Schülermitverantwortung (SMV) und vielen Schülern das Projekt anstieß, konzipierte und mit einigen Lehrern erfolgreich durchzog. Die Idee entstand eigentlich dadurch, dass die Schüler nicht begeistert davon waren, als ihnen die negativen Konsequenzen der eventuellen Demonstrations-Teilnahme an „fridays for future“ von der Schulleitung dargelegt wurden. „Wir überlegten uns als SMV, dass unsere Schule selbst etwas unternehmen möchte, um umweltfreundlicher zu werden“, betonte der damalige Schülersprecher Sven Keller, der für die Idee „Grüne Schule“ mitverantwortlich zeichnete.

Es wurden zwei Themen geboren. Zunächst wurde der „Wassertag“ in Angriff genommen. Im vergangenen Schuljahr wurden die Schüler gebeten, an jedem Donnerstag auf zuckerhaltige Getränke zu verzichten und nur Wasser zu trinken, und zwar nicht aus Plastik-, sondern aus den eigens dafür dank Sponsoren entworfenen, entwickelten und individualisierbaren Edelstahlflaschen. Aufgefüllt können sie an dem ersten Wasserspender des LWG, der dank des großen Einsatzes der SMV für diese Aktion installiert wurde.

Zusätzliche gab es auch einen „Veggie-Day“, an dem es in der Schulmensa weder Fleisch noch Wurst, dafür einen „grünen Burger“ gab. Es wurde nicht nur der Umwelt und der Gesundheit Gutes getan, sondern noch mehr: Die Klassen, die sich am besten an die Regelungen hielten, gewannen einen Tag im Schwimmbad. „Die Schüler waren voll im Ökofieber. Sie lernten ganz nebenbei, auch bei einem Quiz, verantwortungsvollen Umgang mit Ressourcen“, meinten die Verdingungslehrer Barbara Ammer und Tobias Marienfeld zum Projekt „Grüne Schule“, bei dem auch ein intelligent produziertes und sehr anschauliches Video gedreht wurde (zu finden auf der Homepage des LWGs).

Das zweite große Handlungsfeld bezog sich auf das Projektthema Umwelttage und –kongress. Einerseits nahmen Schüler der 8. Klassen in Königsbrunn an einem Umweltkongress teil, bei dem sie sehr viel Neues erfuhren, erforschten und erlernten, zum Beispiel in Sachen ökologischer Fußabdruck, Konsumverhalten und Tierhaltung. Andererseits gab es am LWG am Zwischenzeugnistag für Schüler der Unterstufe das Thema Plastik- und damit Müllvermeidung und die Auswirkungen auf die Umwelt. Die Jüngsten waren teilweise schockiert von den Folgen der unnötigen Nutzung, von Kunststoffen zum Beispiel für die Weltmeere. Die elften Klassen hörten Vorträge über erneuerbare Energien und machten Versuche dazu.

„Wir, Schüler und Lehrer, haben im vergangenen Schuljahr durch das Schwerpunktthema „Grüne Schule“ viel erfahren und gelernt, gut zusammengearbeitet, vor allem auch mit der SMV, viele Einsparthemen in Sachen Strom, Wasser und Recycling angeregt, entwickelt und durchgezogen, die Verwendung von Bioprodukten gefördert und damit die Biodiversität“, betonte Sabine Weimann. Dazu beigetragen hätten auch die drei extrem produktiven Tage der SMV und der Klassensprecher im Schullandheim in Bliensbach.

Zusätzlich wählten die Klassen aus den eigenen Reihen Energiemanager, die sich um Energieeinsparungen an der Schule kümmern. Erfolgreich seien die Schüler laut Weimann auch darin gewesen, das „grüne Gedankengut“ an die Eltern weiterzugeben. „Das führte in vielen Fällen zu Hause zu einem Umdenken in so manchem Umweltbereich. Wir bleiben an dem Thema „Grüne Schule“ dran und haben uns auch schon für dieses Schuljahr wieder um die Teilnahme an dem Preis beworben. Das ist aber aufgrund von Corona recht schwierig“, erklärte Sabine Weimann. PS: Das LWG rät dazu: Wer im Internet surft, der könnte statt Google oder anderen Suchmaschinen Ecosia nutzen. Die Plattform ist seriös, umweltfreundlich, zuverlässig, kostenlos und verwendet die Einnahmen aus Suchanzeigen, um Bäume dort zu pflanzen, wo sie dringend gebraucht werden.

Einen Überblick über die verschiedenen Ideen der SMV bekommt Ihr in diesem Video.