Information zur Wahl einer spätbeginnenden Fremdsprache für Schüler der 10. Jahrgangsstufe und ihre Eltern
Rahmenbedingungen:
Nach den Bestimmungen der Schulordnung ist es am Gymnasium möglich, die Fremdsprachenfolge zu ändern. Das Leonhard-Wagner-Gymnasium bietet daher für die Schüler(innen) des kommenden 10.Jahrgangs Italienisch oder Spanisch oder Französisch als spätbeginnende Fremdsprache an, letzteres allerdings nur für Schüler(innen) des Naturwissenschaftlich-technologischen Gymnasiums mit der bisherigen Sprachenfolge Englisch - Latein.
Die spätbeginnende Sprache tritt in der 10.Jahrgangsstufe wahlweise an die Stelle der 1. oder 2.Fremdsprache. Am Leonhard-Wagner-Gymnasium ersetzt die spätbeginnende Sprache also entweder Englisch oder Französisch bzw. Latein; sie hat – wie die abgelegte Sprache – den Status eines Kernfachs. In der 11. und 12.Jahrgangsstufe muss neben der gewählten spätbeginnenden Fremdsprache auch eine der bisherigen Fremdsprachen belegt werden, wobei dies auch diejenige sein könnte, die in der 10. Jahrgangsstufe ersetzt wurde.
Die spätbeginnende Sprache wird in der 10. Jahrgangsstufe 4-stündig und in der Kursphase der Kollegstufe als Grundkurs zwei Jahre lang 3-stündig unterrichtet. Mit der Wahl wird also eine Verpflichtung für einen Zeitraum von drei Jahren eingegangen. Eine Abiturprüfung in der spätbeginnenden Sprache ist nicht vorgeschrieben, aber möglich, und zwar als mündliches Abiturprüfungsfach (Colloquium).
Auswahlkriterien:
Aus der Sicht der Schule sollten sich die Schüler(innen) bei der Wahl einer spätbeginnenden Fremdsprache von ihrem Interesse für diese Sprache leiten lassen und sich bewusst sein, dass das Erlernen einer weiteren Sprache – in Anbetracht des eher höheren Lerntempos – auch einen zusätzlichen Lernaufwand erfordert. Die Erfahrung der letzten Jahre hat gezeigt, dass die Wahl einer spätbeginnenden Fremdsprache Schüler(inne)n kaum zu empfehlen ist, die bereits deutliche Schwierigkeiten beim Erlernen der bisherigen Fremdsprachen hatten.
Hinzuweisen ist auch darauf, dass die Abwahl einer bisher erlernten Fremdsprache einen großen Verlust bedeuten kann, denn eine tiefere Erschließung der mit dieser Sprache zusammenhängenden Kultur ist dann in der Schule nicht mehr möglich und wird wohl auch später ausbleiben. (Es besteht allerdings die Möglichkeit, die in der 11.Jahrgangsstufe abgelegte Fremdsprache in der Kursphase der Kollegstufe wieder aufzunehmen. Dabei sollte aber bedacht werden, dass dann vor allem die fehlende Übung in der Textarbeit in Eigeninitiative nachzuholen ist.)
Andererseits kann die Wahl einer neuen Fremdsprache für manche Schüler eine Chance sein, eine vorausgegangene, eventuell missglückte Wahl zu korrigieren. Darüber hinaus kann sich mit Kenntnissen in einer weiteren modernen Fremdsprache im Studium eine Vielzahl von zusätzlichen Möglichkeiten, etwa der Teilnahme an Austauschprogrammen, eröffnen; im Beruf können sich vielfältige, heute nicht abschätzbare Perspektiven der Arbeitsplatzwahl ergeben.
Es gibt für jede der möglichen Sprachen gute Gründe, sie zu wählen.
Alle drei Sprachen haben einen hohen Bildungswert; sie tragen ebenso zu erhöhter Allgemeinbildung wie zur Erweiterung der kommunikativen Kompetenz bei.
Weltweit gesehen, insbesondere bezüglich der Anzahl der Sprecher, hat Spanisch sowohl gegenüber Französisch wie erst recht gegenüber Italienisch die größere Bedeutung. Aus deutscher und besonders aus bayerischer Sicht sind jedoch die kulturellen Kontakte mit Italien enger und intensiver bzw. die Handelsbeziehungen weitaus bedeutender als zu Spanien und Lateinamerika, so dass sich für unsere Gegend insgesamt häufiger die Notwendigkeit für Italienisch ergibt als für Spanisch.
Vom Schwierigkeitsgrad her sind Italienisch und Spanisch wohl als vergleichbar einzustufen, sowohl was die Grammatik, den Wortschatz, die Orthographie und die Aussprache betrifft. Da Spanisch und Italienisch zudem noch nahe verwandt sind, ist es erfahrungsgemäß eher leicht, nachdem eine der beiden Sprachen beherrscht wird, später auch die andere zu erlernen. Außerdem kann sich jemand, der "nur" Italienisch gelernt hat, schon sehr gut im Spanischen bewegen und umgekehrt.
Ersetzt ein(e) Schüler(in) Latein, so erhält er/sie nicht automatisch das Latinum, da der Lateinunterricht nicht mehr fünf aufsteigende Jahre dauerte. Es gibt aber die Möglichkeit, am Ende des 10.Schuljahres eine Latinumsprüfung abzulegen; bei Bestehen dieser Prüfung, bei der auch der Notenstand im Mündlichen verrechnet werden kann, wird das Latinum zuerkannt. Die Schule empfiehlt dringend die Teilnahme an dieser Prüfung, auch wenn deren Niveau auf Lateinkenntnissen beruht, die sich normalerweise auf fünf aufsteigende Lernjahre erstrecken. Die Lateinlehrer geben hierzu gerne genauere Auskunft.
Zum Verfahren:
In einer ersten Vorwahl werden die drei Sprachen Italienisch, Spanisch und Französisch angeboten, wobei die zu ersetzende Fremdsprache entweder Englisch oder Latein bzw. Französisch sein kann. Zugleich werden in der Vorwahl auch eventuelle Alternativen nachgefragt.
Die Ergebnisse der Vorwahl werden dann hinsichtlich ihrer Realisierbarkeit (Gruppengrößen, Überschneidungen im Stundenplan, Budgetbelastung u.ä.) geprüft. Eventuell müssen dann doch Einschränkungen der Wahl erfolgen, z.B. Verzicht auf eine der angebotenen Sprachen oder Verbot der Abwahl einer Fremdsprache. Die endgültige Wahl erfolgt dann gegen Ende des Schuljahrs.
