Leonhard Wagner

Leonhard Wagner (1453-1522) war ein bedeutender Kalligraph der deutschen Renaissance. Geboren und aufgewachsen in Schwabmünchen strebte der Jüngling ein dasein als Mönch an,als der er in Augsburg mit 69 Jahren verstarb.

1472 legte er die Profess im Benediktinerorden der Augsburger Reichsabtei St. Ulrich und Afra ab,wo er seit 1478 vor allem im Scriptorium beschäftigt war. In anderen Klöstern lernte er die Kunst des Schreibens und verfasste über 50 Manuskripte und eine besonders prägnante kalligraphische Frakturschrift. 1502–1506 wirkte er als Subprior des Klosters und unternahm im Frühjahr 1509 eine Wallfahrt nach Einsiedeln, dort hielt er sich von November 1509 bis Januar 1511 im Kloster St. Gallen auf.

Er war seinem Herrscher, König und später Kaiser Maximilian I., treu verbunden. Ihm gewidmet ist das Musterbuch mit über 100 Schriftarten „Proba centum scripturarum una manu exaratarum“, Wagners Meisterwerk aus dem Jahr 1507. Dort sind einige von diesem Kalligraphen selbst entwickelte Schriften verewigt.

Nach ihm benannt wurden die Leonhard-Wagner-Schulen in Schwabmünchen.